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Rückblick 2014

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APRIL 2014: DAS ERBLÜHEN DER FRIEDENSMAHNWACHEN


Die Ende März spontan initiierte Bürgerbewegung der Friedensmahnwachen breitete sich in Rekordtempo in über 120 Städten europaweit aus, und bot der Bevölkerung jeden Montag die Möglichkeit, ihren Unmut zum Ausdruck zu bringen.

Es drehte sich thematisch um alles, was den inneren Frieden, den Frieden in der EU und auf der ganzen Welt gefährdet.
Informierte Bürger brachten Themen zur Sprache und wiesen auf Zusammenhänge hin, die Berufspolitiker nur selten zu sagen wagen, und versuchten konträr zur vorherrschenden "Weiter so"-Doktrin und "Nach uns die Sintflut"-Haltung greifbare Lösungen zu erarbeiten.

Es gab Meinungen und Fakten, wobei sich immer wieder verdeutlichte, dass das,
was Fakt schien, oft auch nur eine Meinung war.
Wir begegneten uns, um aneinander und miteinander zu reifen.

Die Mahnwachen sollten als ein Forum für alle Bürger verstanden werden. Sie wurden und werden freiwillig von Laien organisiert - zur Begegnung, zum Austausch und zur Bildung, zur Vernetzung und zum gemeinsamen Erarbeiten neuer (Lebens-)Wege.

Die Friedens-Mahnwache in Saarbrücken fand jeden Montag ab 18 Uhr statt.
→ für Frieden unter den Völkern.
→ für das Einhalten der Menschenrechte.
→ für ein gemeinnütziges Geld- und Finanzsystem.
→ für eine unabhängige Presse und Berichterstattung.
→ für ein faires Miteinander, Wahrheit, Schönheit & Gerechtigkeit.




DEZEMBER 2014: EIN AUFREGENDES JAHR GEHT ZUENDE


Pause an der Friedensfront!

Nach nunmehr 30 Wochen, an denen die Friedensmahnwache in Saarbrücken jeden Montag mit einem harten Kern aus Aktivisten und Unterstützern auf die Beine gestellt wurde, sahen wir uns veranlasst, zu diesem Zeitpunkt einmal inne zu halten und all die Geschehnisse dieser turbulenten Zeit mal Revue passieren zu lassen. Es ist viel, sehr viel passiert. Sowohl innerhalb der "neuen" Friedensbewegung, wie auch in der "alten" Friedensbewegung. Wir mussten durch viele, zum Teil sehr heftige Stürme ziehen, seien es jene künstlichen Winde, die uns von Außen zu Fall bringen wollten oder die angestauten Emotions-Stürme, die auch intern so manche Schwierigkeiten und Herausforderungen verursachten.

Es war eine äußerst lehrreiche Zeit bis hierhin, sowohl für uns als Bewegung für den Frieden, als auch für jeden einzelnen, der sich der Saarbrücker Mahnwache angeschlossen fühlt oder sich sogar von ihr distanzierte. Wir alle haben eine Menge
gelernt. Und noch viel mehr: wir alle haben unser Leben verändert, der eine mehr,
der andere weniger. Jeder nach seinem eigenen Rhythmus. Und das verbuchen wir
als großen Erfolg. Hier dürfen wir gerne ein wenig stolz sein auf das, was wir
erreichten. Gemeinsam und jeder für sich.

Und damit sich das weiter entwickeln konnte, neue Ideen und Impulse ausprobiert und vielleicht auch wieder verworfen werden können, um weiter aktiv am Aufbau einer neuen Gesellschaft zu arbeiten, und eben nicht nur bestehende Probleme zu wälzen, traten wir in eine kreative Pause. In dieser Zeit fand die Mahnwache Saarbrücken nur einmal im Monat statt. Doch wir waren nicht am Ruhen oder legten gar die Füße hoch. Ganz im Gegenteil. Wir haben wie versprochen weiterhin gearbeitet. An uns, an der Veranstaltung in Saarbrücken, und an all den Projekten, die einige von uns gemeinsam oder in Eigenregie bereits gestartet hatten. Aber vor allem verschafften wir uns einen umfassenden Überblick über die Hochs und Tiefs der Bewegung, um nach dieser Schaffenspause mit einem deutlicheren Signal und gestärkt durch all die guten und schlechten Erfahrungen, wieder in wöchentlichem Rhythmus unsere Anliegen auf die Straße zu tragen. Anvisierter Zeitpunkt war Januar.

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... Danke, dass ihr dabei wart ...


JANUAR 2015: AUS VERGANGENEM LERNEN, UM KOMMENDES ZU MEISTERN


Wir wollen ein Zeichen setzen!

Als die ersten Mahnwachen für den Frieden stattfanden, schlossen sich viele Menschen vor allem dem freiheitlichen und undogmatischen Charakter an, den man dort vorfand. Hier waren zum ersten Mal Menschen, die Probleme unserer Zeit aus ganz anderen Augen sahen und diese auch ganz anders angehen wollten.
Eine großartige Bewegung war auch hier in Saarbrücken entstanden und gemeinsam mit weit über 100 weiteren Städten in Deutschland traten wir jeden Montag für Frieden, Menschlichkeit und eine freie Welt ein.

Wir haben viel Erfahrung sammeln können, positive wie negative. Wir hatten aber auch und vor allem mit Dingen zu kämpfen, die immer wieder unsere eigentliche Arbeit beeinträchtigten und uns in Situationen brachten, in denen man uns zwingen wollte, sich von diesem oder jenem zu distanzieren, sich loszusagen, zu entfernen. Und selbst wenn eigentlich längst klar sein sollte, wofür wir in Saarbrücken stehen, versuchte man uns dennoch immer wieder mit den Aussagen Dritter oder gar anderen Bewegungen 1:1 zu identifizieren.

Aber auch innerhalb der Mahnwachen-Bewegung gab es zunehmend Ausschluss- und Distanzierungstendenzen, die wir für kontraproduktiv bis gefährlich hielten und halten. Vom ehemaligen "wir sind nicht rechts, wir sind nicht links" blieb nicht mehr viel übrig.
Die Bewegung verstand sich von Anbeginn an als dezentrale Bewegung. Als solche sollte sie sich auch weiterhin verstehen. Leider hat sich aber gezeigt, dass "zentrales Gedankengut" den freiheitlichen und pluralistischen Charakter im Laufe der Monate einschränkte und viele Menschen sich nicht mehr "zu Hause" fühlten. Die Spaltungen haben schon sehr früh begonnen und können an dieser Stelle auch nicht näher erörtert werden. Dennoch beobachteten wir das mit zunehmender Sorge und waren monatelang ratlos, wie man dem entgegen wirken und gleichzeitig eindeutig klar machen kann, wofür wir (zumindest in Saarbrücken) stehen.

Uns wurde klar: wir müssen eine eigene Position beziehen, uns als autonom betrachten. Uns wurde bewusst, dass wir in Saarbrücken eine ganz "eigene" Veranstaltung machen müssen, die sich zweifelsohne in der Sache bei den bisherigen Montagsmahnwachen sieht, aber für sich steht. Wir verstehen uns nach wie vor in der Tradition all der Friedensaktivisten, die für eine freie und gerechte Welt eintreten, ohne Rassismus und menschenverachtende Herrschaftsstrukturen.
Und nicht zuletzt wegen der mittlerweile völlig verzerrten Außenwahrnehmung der vielen sogenannten Montagsmahnwachen, zu denen sich die PEGIDA-Posse ebenso zählt, halten wir den Entwicklungsschritt, den wir tätigen, für notwendig und sinnvoll.